Testergebnis der künstlichen Bewitterung nach bereits einer Stunde
In den BMBF‑Projekten UltraPlaSt und BeWiPlas und nachfolgenden Industrieprojekten konnten wir zeigen, dass plasmabasierte künstliche Bewitterungsverfahren typische Schadensbilder konventioneller Bewitterung stark beschleunigt nachstellen können. Beispielhaft wurden an PUR-Automobillacken nach ca. 60 Minuten Wasserdampfplasma ähnliche Farb- und Glanzänderungen erzielt wie nach > 1000 Stunden Xenon-Schnellbewitterung (SAE J2527).
Plasmabewitterung zum vorgelagerten Screening von Polymeren und Additiven
Die Plasmabewitterung kombiniert in einem kompakten Prozessschritt:
- Intensive elektromagnetische Strahlung im UV-Vis-Bereich
- Radikal- und Ionenbelastung
- Definierte Gasatmosphären (z. B. H₂O, N₂, O₂, Ar)
- Einstellbare Temperaturführung.
Damit eignet sich das Verfahren als Screening-Stufe vor Xenon- und Freibewitterung – insbesondere zur schnellen Vorauswahl von Polymeren, Additivpaketen und Rezepturen.
Prinzip der Plasmabewitterung
Das Plasma dient als Strahlungs- und Teilchenquelle. Die Einwirkung von Strahlung, Temperatur, Erosion und Feuchte sowie die dadurch induzierten Veränderungen auf den Oberflächen von Polymeren (Oberflächenrauheit/Glanz, Farbe) können mit Plasmaverfahren in einem einzigen Prozessschritt eingestellt werden. Die zu testenden Oberflächen befinden sich zur Behandlung in einer zuvor gezielt eingestellten Atmosphäre. Durch das Zünden eines Plasmas werden Atome und Moleküle in der Gasphase angeregt und teilweise ionisiert, vorhandene Moleküle werden fragmentiert und somit chemisch aktiviert. Viele Teilchen werden im Plasma angeregt und relaxieren unter Lichtemission, sodass ein breites elektromagnetisches Spektrum erhalten wird. Es finden radikalchemische sowie photochemische Reaktionen in der Plasmaphase und auf der Oberfläche der Proben statt, die dem Plasma ausgesetzt sind. Des Weiteren können, falls erwünscht, Plasmaionen eingesetzt werden, um die Oberfläche zu erodieren. Die Zusammensetzung der Plasmen kann über die Prozessparameter (Druck, eingekoppelte Plasmaleistung, Gasfluss und Gasart, Behandlungszeit) gesteuert werden.