Infektionsbiologie

Der Hefepilz Candida albicans besiedelt Haut und Schleimhäute gesunder Menschen, ohne zu Krankheitssymptomen zu führen. In Patienten mit einem geschädigten oder unterdrückten Immunsystem kann der Pilz jedoch schwere Infektionen verursachen, bei denen es im Krankheitsverlauf zu starken Schädigungen innerer Organe bis hin zum Tod des Patienten kommen kann. Mit 70 Prozent ist C. albicans der häufigste Erreger von Pilzinfektionen.

In unserer Arbeitsgruppe sind wir sehr an einem besseren Verständnis der molekularen Vorgänge interessiert, die dazu führen, dass C. albicans sich von einem harmlosen Kommensal der Schleimhäute zu einem gefährlichen Pathogen entwickeln kann. In verschiedenen komplexen Infektionsmodellen versuchen wir, die Bedingungen, die während einer Infektion der unterschiedlichen Gewebetypen herrschen, möglichst realistisch wiederzugeben, um ein besseres Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen C. albicans und den menschlichen Zellen zu erhalten. Dabei nutzen wir zellbiologische und molekularbiologische Methoden, um beispielsweise Querschnitte der Gewebsmodelle im Infektionsverlauf herzustellen, die Gesamtheit der aktiven Gene in Metatranskriptomstudien zu analysieren oder gezielt einzelne aktive Gene oder Proteine von Pilz oder Mensch zu charakterisieren.

Referenzprojekte

Fungitect – Identifizierung von Erregern mittels Next-Generation Sequencing

Die Identifizierung von Pilzerregern im Blut von Patienten soll in dem von der EU geförderten Projekt »Fungitect« mittels der Technologieplattform des Next-Generation Sequencing verfügbar gemacht werden.

ImResFun – Molekulare Mechanismen der Wirt-Pathogen-Interaktion

Laufzeit: Oktober 2013 ─ September 2017

Neue Erkenntnisse für das molekulare Zusammenspiel zwischen Pilzerregern und Wirtsimmunität stehen im Fokus des Projekts »ImResFun«. So sollen Diagnoseverfahren verbessert und neuartige Infektionsbiomarker identifiziert werden.