Proteinanalytik und Aufreinigung von Proteinen aus Fermentationsbrühen oder Extrakten

In der Gruppe stehen Chromatografieanlagen für analytische und präparative Arbeiten im Bereich von Proteinanalytik und Reinigung von Proteinen zur Verfügung. Beispiele für durchgeführte Arbeiten sind die Analytik und Aufreinigung von Interferonen, monoklonalen Antikörpern und Blutgerinnungsfaktoren aus Zellkulturüberständen und die Aufreinigung des natürlichen Süßstoffs Thaumatin aus Pflanzenextrakten.

Aufreinigung von Proteinen

Extrazelluläre Enzyme und andere Proteine werden mittels Membranverfahren aufkonzentriert und konditioniert, intrazelluläre nach Aufschluss der Biomasse mit mechanischen und enzymatischen Methoden. Für den mechanischen Aufschluss stehen Rührwerkskugelmühlen und Hochdruckhomogenisatoren zur Verfügung. Homogenate werden mittels Membranverfahren und wässriger Zweiphasensysteme in Rohextrakte überführt, inclusion bodies nach Solubilisierung in die nativen, aktiven Formen renaturiert. Falls es die Anwendung erfordert, folgt eine Feinreinigung mit multidimensionalen flüssigkeitschromatographischen Trenntechniken bis in den Pilot- und Technikumsmaßstab.

Charakterisierung von Proteinen und Peptiden

Neue Polypeptide wie Enzyme und Wirkstoffe werden mit den Methoden der Proteinanalytik charakterisiert. Im Fraunhofer IGB steht für die Analyse der Primärstruktur das komplette Methodenspektrum von der automatisierten Mikrosequenzierung (Edman-Abbau) bis zu den massenspektrometrischen Methoden wie Maldi-Tof-MS und LC-MS/MS zur Verfügung. Glycosylierungen werden zusätzlich mittels Ionenchromatographie mit gepulster amperometrischer Detektion analysiert.

Anwender gesucht: Effiziente Proteinreinigung in kontinuierlicher Pilotanlage

Pilotanlage
© Foto Fraunhofer IGB

Von der Firma LEWA entwickelte Pilotanlage zur kontinuierlichen Reinigung von Proteinen.

Kooperation von Fraunhofer IGB mit LEWA

Das Fraunhofer IGB bietet die Untersuchung der Proteinreinigung in einer kontinuierlich arbeitenden Laboranlage (ChromaCon CUBE) und in einer kontinuierlichen Pilotanlage an, die beide von der Firma LEWA zur Verfügung gestellt wurden. Die pharmataugliche Pilotanlage wurde, als Ergebnis des Industry-on-Campus-Projekts, Ende 2016 in der Laborumgebung des IGB mit geschultem Personal in Betrieb genommen und wird anhand von Testläufen weiter optimiert. Hierzu suchen wir interessierte Anwender aus der Pharmaindustrie.

Interesse an der Aufreinigung Ihres Produkts in einem kontinuierlichen Prozess? Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, gerne erstellen wir Ihnen ein Angebot!

Ziel des Industry-on-Campus-Projekts »Rohstoff- und Energieeffizienz durch verfahrenstechnische Innovationen« war es, das Downstream Processing pharmazeutischer Proteine hinsichtlich Produktqualität, Zeitaufwand, Kosten und Scale-up zu verbessern. Hierzu wurde ein kontinuierliches Verfahren in einer entsprechenden Anlage der Firma LEWA umgesetzt.

Referenzprojekte

Rohstoff- und Energieeffizienz durch verfahrenstechnische Innovationen – Pro3

Laufzeit: November 2012 – Dezember 2016

Das Ziel lautete, dank eines neuen Chromatographie-Systems den Übergang vom Batch-Prozessen in der Aufarbeitung zu einer kontinuierlichen Prozessführung zu erreichen. Pharmaka können auf diese Weise energie- und ressourceneffizienter hergestellt werden.

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Neuer Süßstoff Thaumatin – Verfahren zur Verwertung einer afrikanischen Kulturpflanze

Thaumatin ist in der gesamten Europäischen Union und vielen anderen Ländern der Welt als Lebensmittel-Zusatzstoff zugelassen. Zur Zeit wird der Süßstoff von einer englischen Firma vertrieben. Deren Pflanzenmaterial stammt von der Elfenbeinküste, wird jedoch in Großbritannien verarbeitet.

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