Das Fraunhofer IGB am Standort Straubing wandelt Monoterpene in neue Fein- und Bulkchemikalien für vielfältige Anwendungen in der chemischen Industrie um. Ziel ist – neben Aspekten der Nachhaltigkeit – auch das Einbringen neuer Eigenschaften durch die von der Natur vorgegebenen bzw. vorhandenen chemischen Strukturen.
Monoterpene: Gute Funktionalisierbarkeit und breites Anwendungsspektrum
Chemisch sind Monoterpene durch ihre Doppelbindungen gut zugänglich für chemische Funktionalisierungen. So können Terpene durch weitere Reaktionen zu Alkoholen, Aminen, Estern, Thiolen u. v. m. umgesetzt werden.
Die potenziellen Anwendungsgebiete sind vielfältig und umfassen Polyester, Polycarbonate, Polyamide oder Harze & Coatings (Beschichtungsharze). Auch Additive wie Weichmacher oder Nukleierungsmittel können auf Basis von Monoterpenen erzeugt werden. Monoterpene und ihre Derivate werden zudem in der Kosmetik oder als Duftstoffe eingesetzt.
Synthese nach Prinzipien der grünen Chemie und Nachhaltigkeit
Der Institutsteil BioCat des Fraunhofer IGB in Straubing arbeitet am Aufbau einer Monoterpen-Plattform, die nachhaltige Produkte für die Kunststoffindustrie und darüber hinaus zur Verfügung stellt. Dabei werden die Prinzipien der grünen Chemie, die Nachhaltigkeitsziele der EU sowie der Ansatz des europäischen SSbD-Konzepts (Safe and Sustainable by Design) in der Synthesekonzeption von Anfang an berücksichtigt. Ein tiefes Verständnis der Struktur-Eigenschaft-Beziehungen ermöglicht eine zielgerichtete Anpassung auf die jeweiligen Anforderungen der Produkte.