Straße der Zukunft

Im BMBF-geförderten Verbundprojekt »Straße der Zukunft« forschen Partner aus Wissenschaft und Industrie sowie Kommunen an nachhaltigen und klimafreundlichen Konzepten für die Stadt- und Verkehrsentwicklung. Das Fraunhofer IGB steuert seine Expertise im Bereich des urbanen Wassermanagements bei, um die Ressource Wasser zu schonen und effizient zu nutzen.

Ausgangssituation

Im Bereich der Stadt- und Verkehrsplanung spielen der Bau und die Instandhaltung von Straßen eine zentrale Rolle. Dabei werden Straßen zunächst in ihrer Funktion als Transitwege gesehen und stehen sinnbildlich für die Dominanz des Automobils gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln sowie dem Rad- und Fußverkehr. Problematisch ist zudem die großflächige Bodenversiegelung durch den Straßenbau.

Im Verbundprojekt »Straße der Zukunft« unter Beteiligung der Fraunhofer-Institute IGB und IAO wird nun untersucht, wie sich Straßen im Sinne einer klima- und ressourcenfreundlichen Stadt- und Verkehrsplanung optimieren und sich neue Potenziale erschließen lassen – etwa in Form von innovativen Mobilitäts- und Logistiklösungen.

Das Fraunhofer IGB beschäftigt sich in diesem Rahmen speziell mit sich auf versiegelten Straßenflächen sammelndem Oberflächenwasser.

Ziele und Vorhaben

Im Rahmen des Projekts erforschen die beteiligten Partner aus Wissenschaft, Industrie und aus Kommunen gemeinsam vielfältige Nutzungsmöglichkeiten von Straßen: So können diese beispielsweise nach Starkregenereignissen Oberflächenwasser sammeln und speichern, Energie erzeugen, Innovationsfläche zur Erprobung neuer Mobilitäts- und Logistiklösungen bieten oder eine Sensorinfrastruktur zur Optimierung von Verkehrsflüssen und zur Messung von Umweltdaten beherbergen.

Das Fraunhofer IGB konzentriert sich in diesem Kontext auf den Umgang mit der Ressource Wasser. Der Blick richtet sich dabei einerseits auf die Verteilung – also den Abfluss bzw. Transport − und die Speicherung als auch auf die Nutzung des Wassers. Dies beinhaltet die Entwicklung von Konzepten für die Speicherung von Regenwasser und für den Hochwasserschutz. Im Projekt werden auch Reinigungsverfahren berücksichtigt, mit deren Hilfe verschmutztes Wasser zur weiteren Verwendung gereinigt werden kann − etwa zur Bewässerung von Grünanlagen oder zum Spülen von Kanälen.

Eine besondere Rolle kommt dabei auch der Digitalisierung zu. Neuartige Sensoren und intelligente Informationstechnologie sollen das Monitoring der Quantität und Qualität von Wasser deutlich verbessern und somit letztendlich dazu beitragen, dass die Ressource Wasser effizienter und somit auch nachhaltiger genutzt werden kann.

Das konkrete Ziel des Projekts ist die Entwicklung von »Musterstraßen«, die als Reallabore dienen und anhand derer − praktisch im »Echtbetrieb« − neue Mobilitäts- und Logistikkonzepte untersucht werden können.

Auswirkungen

Vor dem Hintergrund nachhaltiger und klimafreundlicher Stadt- und Verkehrsentwicklung soll das Projekt »Straße der Zukunft« einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Rolle der Straße neu zu denken.

Um das Ziel der Entwicklung der genannten Musterstraßen zu erreichen, beteiligen sich die beiden Städte Ludwigsburg und Erlangen am Projekt. Diese stellen kommunale Straßen als Reallabore zur Verfügung, anhand derer Herausforderungen für die Stadt- und Verkehrsentwicklung identifiziert werden können und sich Abweichungen zwischen Planung und Umsetzung unmittelbar untersuchen lassen. Darüber hinaus bietet diese Herangehensweise auch die Möglichkeit, Bürgerinnen und Bürger für das Thema der nachhaltigen Straßenentwicklung zu sensibilisieren und darüber zu informieren.

Projektinformationen

Projekttitel

Straße der Zukunft

 

Projektlaufzeit

April 2019 – März 2022

 

Kooperationspartner

  • Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart
  • Drees & Sommer Infra Consult und Entwicklungsmanagement GmbH, Stuttgart
  • Stadt Ludwigsburg
  • Stadt Erlangen
  • Siemens Real Estate AG, Stuttgart

Förderung

Das Projekt »Straße der Zukunft« wird im Rahmen der Initiative »Ressourceneffiziente Stadtquartiere für die Zukunft (RES:Z)« des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF gefördert, Förderkennzeichen 033W112A.