Rohstoff- und Energieeffizienz durch verfahrenstechnische Innovationen

Mobile modulare Pilotanlage zur biologischen Reinigung industrieller Abwässer

Mobile Pilotanlage im neuen Technikum des Fraunhofer IGB.
© Fraunhofer IGB
Mobile Pilotanlage im neuen Technikum des Fraunhofer IGB.

Die in der Industrie anfallenden Abwasserströme verursachen bei der Einleitung in kommunale Kläranlagen häufig Probleme durch schwer abbaubare Substanzen bzw. hohe CSB-Frachten (Chemischer Sauerstoffbedarf). Sinnvollerweise sollten Industrieabwässer in möglichst unverdünnter Form am Entstehungsort gereinigt werden, um die Kläranlagen nicht außergewöhnlich zu belasten und ggf. eine Kreislaufführung des Wassers im Betrieb zu ermöglichen. Das Abwasser aus industriellen Fertigungsprozessen ist in seiner Zusammensetzung meist einzigartig und je nach Produktionszyklus variabel.

Es ist daher ratsam, vor der Auslegung einer Abwasserreinigungsanlage Pilotversuche durchzuführen. Je nach Zusammensetzung des Abwassers kann es sinnvoll sein, anaerobe und/oder aerobe Verfahren einzusetzen. Im Rahmen des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geförderten Vorhabens »Rohstoff- und Energieeffizienz durch verfahrenstechnische Innovationen« wurde ein anaerober Membranbioreaktor im Technikum des Fraunhofer IGB mit Brauereiabwasser betrieben sowie eine mobile Pilotanlage aufgebaut.

Die Pilotanlage besteht aus einem anaeroben EGSB-Reaktor (engl. Expanded Granular Sludge Bed) mit einem Volumen von 370 Litern und einem aeroben Sequencing Batch Reactor (SBR) mit einem Volumen von 250 Litern. Für einen flexiblen Einsatz wurden die Module so gestaltet, dass sowohl der aerobe als auch der anaerobe Anlagenteil jeweils einzeln als auch in Kombination verwendet werden können. Abhängig von den Eigenschaften des Zulaufs und den Reinigungszielen kann eingestellt werden, welcher Anteil am Zulauf im Bypass an dem EGSB-Reaktor vorbeigeführt wird. Die Anlage ist so weit automatisiert, dass Personal nur zur Befüllung des Vorlagebehälters benötigt wird.

Mitte 2018 wird die mobile Pilotanlage bei einem Pharmaunternehmen zu ihrem ersten Einsatz kommen. Danach steht sie für Versuche bei interessierten Unternehmen unterschiedlicher Branchen zur Verfügung. Ergänzend unterstützt das Fraunhofer IGB bei der Entscheidung, welche Abwasserströme zusammengeführt, welche getrennt behandelt und welche nach Behandlung wieder verwendet werden können.

Projektinformationen

Projektname

Rohstoff- und Energieeffizienz durch verfahrenstechnische Innovationen

 

Projektlaufzeit

November 2012  – Dezember 2016

 

Projektpartner

  • Eisenmann Anlagenbau GmbH & Co. KG, Holzgerlingen
  • Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie IGVP, Universität Stuttgart (Koordinator)
  • Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Stuttgart

 

Förderung

Wir danken dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg für die Förderung des Projekts »Rohstoff- und Energieeffizienz durch verfahrenstechnische Innovationen« im Forschungsprogramm »Industrie on Campus«, Förderkennzeichen 32-7546.31.