Katja Schenke-Layland erhält Young Scientist Award 2014 der TERMIS-EU

Fraunhofer IGB Presseinformation / 10.6.2014

Für ihre herausragenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet des Tissue Engineerings und der regenerativen Medizin wurde die Fraunhofer-Wissenschaftlerin Prof. Dr. Katja Schenke-Layland mit dem diesjährigen Young Scientist Award der Tissue Engineering & Regenerative Medicine International Society – European Chapter (TERMIS-EU) ausgezeichnet.

Prof. Dr. Katja Schenke-Layland
© Foto Fraunhofer IGB

Preisträgerin des TERMIS-EU Young Scientist Award 2014: Prof. Dr. Katja Schenke-Layland.

Preisverleihung TERMIS-EU Young Scientist Award 2014
© Foto Fraunhofer IGB

Prof. Dr. Katja Schenke-Layland (links) erhält den Young Scientist Award 2014 der TERMIS-EU am 10. Juni 2014, überreicht durch den TERMIS-Präsidenten Prof. Rui Reis (Mitte). Prof. James Kirkpatrick (rechts) von der Uniklinik Mainz wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Die am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB und an der Universitäts-Frauenklinik Tübingen forschende Biologin Katja Schenke-Layland erhielt den mit 1500 Euro dotierten Young Scientist Award der Tissue Engineering & Regenerative Medicine International Society – European Chapter (TERMIS-EU) am 10. Juni in Genua, Italien, anlässlich der jährlichen Konferenz der TERMIS-EU. Mit dem Preis würdigt die TERMIS-EU herausragende Leistungen junger, vielversprechender Wissenschaftler auf dem Gebiet des Tissue Engineerings und der regenerativen Medizin. Grundlagen für die Auszeichnung waren die hohe Qualität ihrer Publikationen in wissenschaftlich renommierten und viel zitierten Fachzeitschriften, Führungstätigkeiten, die finanzielle Förderung durch wichtige Zuwendungsgeber sowie die überdurchschnittliche Wahrnehmung ihrer Arbeiten innerhalb der internationalen Scientific Community des Tissue Engineerings und der regenerativen Medizin.

Wissenschaftlerkarriere im kardiovaskulären Tissue Engineering

Seit ihrer Promotion entwickelt die Vollblutwissenschaftlerin Strategien für die kardiovaskuläre regenerative Medizin, um die Funktionsfähigkeit geschädigten Herzgewebes wiederherzustellen. In akribischer Arbeit hat Schenke-Layland extrazelluläre Proteine identifiziert, die für die Herzklappenentwicklung wichtig sind und einen molekularbiologischen Ansatz entwickelt, um diese humanbasiert herzustellen. Durch die Modifizierung eines synthetischen, biokompatiblen Trägermaterials mit diesen Matrixproteinen gelang es ihr dann, im Blut zirkulierende endotheliale Vorläuferzellen anzulocken, um diese auf dem Trägersubstrat anzusiedeln. Ehrgeiziges Ziel ist es, dieses Trägermaterial zu einem zellfreien Off-the-Shelf-Herzklappenersatz weiterzuentwickeln. Zudem ist der Forscherin die bahnbrechende Entwicklung gelungen, aus induziert-pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) kardiovaskuläre Vorläuferzellen (CPCs) zu bilden. Im Mausmodell integrierten diese sich in das Herz und differenzierten zu allen im Herz vorkommenden Zellen – ein vielversprechender Ansatz zur Regeneration von Herzmuskelgewebe.

Werdegang eines Forschungstalents

Katja Schenke-Layland studierte Biologie, Soziologie und Psychologie an der Universität Jena. Ihr Studium schloss sie 2004 mit einer Promotion zur Züchtung von Herzklappengewebe ab, welche durch die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik mit dem Förderpreis der Stiftung Familie Klee ausgezeichnet wurde. Daraufhin zog es die junge Wissenschaftlerin in die USA. Hier forschte sie zunächst am Saban Research Institute des Children’s Hospital Los Angeles, dann als Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und später als Research Assistant Professor an der University of California in Los Angeles. 2010 erhielt sie für ihre Arbeiten in der Herzstammzellforschung den renommierten Morphological Science Award der American Association of Anatomists.

Schenke-Layland kehrte 2010 über das Attract-Programm der Fraunhofer-Gesellschaft nach Deutschland zurück und leitet seit dem die Arbeitsgruppe Kardiovaskuläres Tissue Engineering und seit Mitte 2013 auch, gemeinsam mit einer Kollegin, die Abteilung Zellsysteme am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. Ein weiterer Meilenstein ihrer wissenschaftlichen Karriere war 2011 der Ruf an die Universität Tübingen, wo sie parallel die Arbeitsgruppe »Biomaterialien in der kardiovaskulären regenerativen Medizin« übernahm.