Herausforderung
PVC-Plastisole werden vielfältig für Beschichtungen in unterschiedlichen Sektoren wie der Automobil- oder Textilindustrie eingesetzt. Diese PVC-Plastisole werden aus fossilen Rohstoffen hergestellt und sind nicht biologisch abbaubar. Im Sinne der Bioökonomie ist es deshalb erforderlich, diese wichtige Produktgruppe mithilfe nachhaltiger Lösungen zu ersetzen.
Ziele und Vorhaben
Im Projekt Bioplastisole werden auf Basis von biobasierten Polymeren, Weichmachern und Additiven nachhaltige Plastisole entwickelt. Dabei verfolgt das Projektteam einen Matrixansatz, der eine modulare Weiterentwicklung und Anpassung des Materials für verschiedene Anwendungsfelder erlaubt.
Die Vorteile des neuartigen Materials werden anhand von biologisch abbaubaren Angelködern demonstriert. Solche Köderfische sind kurzlebige Fischereiprodukte, die beim Einsatz in großem Umfang verloren gehen. Die heute am Markt befindlichen Produkte sind nicht biologisch abbaubar. Gelangen sie in die Umwelt, können sich die Kunststoffe dort anreichern, werden von Fischen und anderen Lebewesen in den Gewässern aufgenommen und gelangen über die Nahrungskette schließlich wieder zurück zum Menschen. Durch den Einsatz von biobasierten und zugleich biologisch abbaubaren Plastisolen als Fischköder soll der Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt reduziert und so ein positiver Effekt hinsichtlich der Gesundheit von Mensch und Tier erzielt werden.
Auswirkung
Durch das Projekt wird kurz- bis mittelfristig eine nachhaltigere Gestaltung des Angelsports durch den Einsatz biobasierter und biologisch abbaubarer Fischköder erreicht. Mittel- und langfristig sollen fossilbasierte PVC-Plastisole in vielfältigen Anwendungsbereichen, etwa als Beschichtungen im Textil-, Automobil- und Bausektor durch biobasierte, nachhaltige Produkte ersetzen werden.