Veranstaltungsrückblick

Workshop zum urban BioökonomieLab: Gemeinsam den bioökonomischen Wandel in der Region Stuttgart gestalten

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Am 31. Januar 2024 lud das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB zum Workshop im Rahmen des »urban BioÖkonomieLab« ein, um aktiv Einfluss auf Maßnahmen zur Förderung der regionalen Bioökonomie zu nehmen. Dieser Einladung folgten 26 hochmotivierte Expertinnen und Experten aus ganz Baden-Württemberg. Im »urban BioÖkonomieLab« wurde gebrainstormt bis die Köpfe rauchten. In vier interdisziplinären Gruppen mit Teilnehmenden aus kommunaler Verwaltung, Wissenschaft und Industrie wurden Herausforderungen analysiert und Ideen entwickelt, um die Bioökonomie in der Region Stuttgart voranzutreiben.

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Das Publikum verfolgt die Vorträge.
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Robin Schmücker, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH
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Dr. Max Schuchardt, Projektleiter Bioökonomiestrategie der Landeshauptstadt Stuttgart, und Dr.-Ing. Ursula Schließmann, Fraunhofer IGB

Eine zentrale Erkenntnis, die gruppenübergreifend identifiziert wurde: Begriffsklärung und Öffentlichkeitsarbeit hinken noch immer hinterher. Viele Akteure der Bioökonomie (Betriebe, Unternehmen, kommunale Einrichtungen etc.) identifizieren sich nicht als solche. Zu uneinheitlich ist das Begriffsverständnis, weitere Aufklärung und intensive Öffentlichkeitsarbeit ist erforderlich.

Durch den Tag führte und moderierte Dr.-Ing. Ursula Schließmann, stellvertretende Institutsleiterin und Koordinatorin Geschäftsfeld Umwelt und Klimaschutz am Fraunhofer IGB. Nach der Begrüßung begann die ganztägige Veranstaltung mit einer thematischen Einordnung. Dazu stellte Robin Schmücker von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH die Aktivitäten im Rahmen der Erstellung der Strategien zur Förderung der industriellen Bioökonomie für die Region Stuttgart vor. Der Vertreter der Landeshauptstadt Stuttgart Dr. Max Schuchardt, Projektleiter Bioökonomiestrategie, präsentierte den Zuhörern anschaulich die zirkuläre Bioökonomie-Strategie der Landeshauptstadt, um sinnvoll Kreisläufe zu schließen und Werte zu erhalten. Im Anschluss erklärte Dr.-Ing. Marius Mohr, Abteilungsleiter Wassertechnologien, Wertstoffgewinnung und Scale-up am Fraunhofer IGB, die Projektidee des »urban BioÖkonomieLab« als Transformationsmodell und Reallabor für einen systemischen und nachhaltigen Ansatz einer urbanen und industriellen Bioökonomie in Baden-Württemberg.

Auf dieser Grundlage ging es an das aktive Arbeiten. Dazu wurden die vier Themenfelder Finanzierung und Marktzugang, Strategien und Infrastruktur, Bildung und Öffentlichkeit sowie Urbane Kreislaufschließung intensiv diskutiert und anschließend im Plenum vorgestellt. Im Schwerpunkt wurden Herausforderungen, Best-Practice-Beispiele, Lösungsansätze und nächste Schritte für die jeweiligen Themenfelder diskutiert.

Die Veranstaltung war ein nachhaltiger Erfolg, die sektorübergreifende Auseinandersetzung mit den Themen führte noch in der Diskussion zu ersten gemeinsamen Terminabstimmungen, um die Umsetzung der entwickelten Ideen und Maßnahmen in die Praxis zu konkretisieren. Ein Ergebnis aus dem urban BioÖkonomieLab ist hier die Erarbeitung einer Strategie »Green Valley«, die durch gezielte Ansiedlung von Unternehmen aus den Bereichen Bioökonomie und IT eine Transformation der Region Stuttgart unterstützt.

Im nächsten Schritt werden in den Regionen Karlsruhe und Rhein-Neckar entsprechende Analysen und Workshops durchgeführt. Ende 2024 wird es eine zentrale Abschlussveranstaltung geben, auf der die Ergebnisse aus den drei untersuchten Regionen vorgestellt werden.

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Dr.-Ing. Marius Mohr, Fraunhofer IGB
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Aktive interdisziplinäre Gruppenarbeit an den vier Thementischen.
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An der Bioökonomie-Bar konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Pause stärken.