Biofabrikation, zellbasierte In-vitro-Testsysteme und Materialentwicklung

Die Biofabrikation verbindet als interdisziplinäres Forschungsfeld Biotechnologie mit Ingenieur- und Materialwissenschaften. Dementsprechend bündelt der Bereich Kompetenzen in den Themenfeldern Biofabrikation, Zell- und Gewebetechnologien sowie Funktionale Oberflächen und Materialien. Zur Translation der Entwicklungen in die Umsetzung wird am Fraunhofer IGB und am IGVP der Universität Stuttgart ein Biofabrikationszentrums etabliert.

Das neue Themenfeld Biofabrikation befasst sich mit der Prozessentwicklung und -optimierung zur Herstellung von Gewebemodellen und funktionellem Gewebeersatz, etwa durch Bioprinting, Co-Kulturmodelle, definierte und nachhaltige Medien sowie biobasierte Trägermaterialien und Biotinten. Die Entwicklung druckfähiger Biotintenformulierungen auf Basis natürlicher und biobasierter Polymermaterialien für den 2D‑ und 3D‑Druck ist bisher bereits im Themenfeld Funktionale Oberflächen und Materialien verortet.

Im Themenfeld Zell- und Gewebetechnologien stellt das Institut 2D- und 3D-Gewebemodelle unterschiedlicher Komplexität sowie Organoide und Sphäroide als In-vitro-Testsysteme für die Sicherheitsbewertung von pharmazeutischen und kosmetischen Wirkstoffen sowie Chemikalien bereit. Das Ziel ist dabei, Tierversuche zu ersetzen. Ein patentiertes Reporterhaut-Modell befindet sich bereits in einem Validierungsverfahren für OECD-Richtlinien.

Das Themenfeld Funktionale Oberflächen und Materialien entwickelt Beschichtungen mit einer großen Bandbreite an Funktionen – z. B. hydrophil, hydrophob, kratzfest, antimikrobiell oder mit definierten funktionalen Gruppen – für eine Vielzahl von Branchen. Die maßgeschneiderte Modifikation von Implantaten ermöglicht hierbei personalisierte Lösungen für die Medizintechnik.

Biofabrikation, Zell- und Gewebetechnologien

 

Biofabrikation

 

  • Gewebemodelle für die Biomedizin
  • Kultiviertes Fleisch
  • Living Engineered Materials
 

Zell- und Gewebetechnologien

  • Zellbasierte Assays
  • 3D-Hautmodelle
  • Organoide und Sphäroide
  • Biosensorik
  • Etablierung von Zelllinien
  • Immunrezeptoren und Wirkstoffscreening
 

Zellbasierte 2D-Assays für Diagnostik, Qualitätskontrolle, Screening

Wir bieten zellbasierte Assaysysteme für die Diagnostik, die Qualitätskontrolle, das Wirkstoffscreening oder den Nachweis von Pyrogenen. Diese eignen sich zur Untersuchung medizintechnischer Geräte und pharmazeutischer Formulierungen auf Pyrogenfreiheit und können bisherige Tests ergänzen oder ersetzen.

 

3D-Hautmodelle

Wir entwickeln metabolisch aktive 3D-Hautmodelle verschiedener Komplexität als In-vitro-Testsysteme basierend auf immortalisierten primären oder primären Zellen. Diese bilden die komplexe Physiologie der Haut einschließlich der Hautbarriere ab. Durch Integration von Immunzellen und Reportersystemen eignen sie sich für die In-vitro-Testung von Substanzen auf Toxizität, Allergenität oder immunmodulierende Eigenschaften.

 

Organoide und Sphäroide

Wir etablieren Organoide aus Stammzellen und Sphäroide aus (Tumor-)Zelllinien als multizelluläre 3D-In-vitro-Mikrogewebe. Diese ahmen die Mikroumgebung von Zellen einschließlich der morphologischen und physiologischen Eigenschaften komplexer Gewebe und Organe nach. Einen Schwerpunkt bilden Krankheitsmodelle (Krebs, Dünndarm) sowie intestinale Modelle zum Screening von Wirkstoffen und Probiotika.

 

BioSensorik

Mithilfe eines Biosensors kann ein Analyt über ein biologisches Element detektiert und daraufhin ein physikalisches Signal generiert werden. Biosensoren eignen sich daher für den vielfältigen Einsatz, von der Biotechnologie bis zur Umweltphysik. Wir entwickeln Biosensoren für den Nachweis von mikrobiellen Bestandteilen, die unter anderem der Erkennung von Pyrogenen und der Trinkwasserkontrolle dienen.

 

Etablierung von Zelllinien

Mit unserer Expertise in der Etablierung neuer Zelllinien und Expressionsvektoren unterstützen wir Pharma- und Biotechnologie-Unternehmen bei der Entwicklung von zellbasierten 2D- und 3D-Assays sowie von Biologicals.

 

Immunrezeptoren und Wirkstoffscreening

Das angeborene Immunsystem beeinflusst die Pathogenese von Allergien, Infektionen, Tumoren oder Autoimmunerkrankungen. Zentrale Regulatoren sind Immunrezeptoren, die wir mithilfe von Ganzzell-Biosensoren in Assays für die Wirkstoffentwicklung einsetzen. Damit identifizieren wir neue immunmodulatorische Moleküle – als potenzielle Wirkstoffkandidaten für die Therapie immunologischer Erkrankungen.

Funktionale Oberflächen und Materialien

 

Funktionale Oberflächen und Materialien

 

  • Materialien
  • Beschichtungen und Beschichtungstechnologien
  • Verfahren
  • Analytik
 

Funktionale Oberflächen und Materialien

Materialien

 

  • Formulierungen
  • Hydrogele
  • Modifizierbare Biopolymere
  • Funktionale Partikel
  • Tinten für 2D-/3D-Druck und Bioprinting
 

Funktionale Oberflächen und Materialien

Beschichtungen

 

  • Funktionale Schichten, z. B. Barriere-, Schutz- und Haftschichten
  • Beschichtungstechnologien
  • Strukturierung und Funktionalisierung von Oberflächen

 

 

Funktionale Oberflächen und Materialien

Verfahren

 

  • Plasma-Reinigungsverfahren
  • Desinfektion und Entkeimung
  • Plasmabewitterung von Oberflächen
  • Plasmatechnik und -prozessentwicklung

 

 

Funktionale Oberflächen und Materialien

Analytik

 

  • Oberflächenanalytik
  • Partikelanalytik
  • Biopolymer- und Polymeranalytik
  • Weitere analytische Methoden