Integriertes Qualitätsmanagement
Im Rahmen des Integrierten Qualitätsmanagements hat sich das Fraunhofer IGB insbesondere mit dem Risikomanagement auseinandergesetzt. So wurde für die Realisierung der Wasserwiederverwendung in Weißenberge in enger Abstimmung mit den involvierten Partnern ein Risikomanagementplan (RMP) ausgearbeitet, welcher die Grundlage für die erfolgreiche Beantragung bei der unteren Wasserbehörde Gifhorn darstellte. Hierdurch wurde die beispielhafte Realisierung der Wasserwiederverwendung in Weißenberge erst möglich. Zudem wurde hier gemeinsam mit dem ISOE ein integriertes Qualitätsmanagementkonzept erarbeitet, welches publiziert wurde und damit auch für andere Anwendungen zur Verfügung steht [1, 2] .
Es zeigte sich, dass die Risiken für Mensch und Umwelt durch die Wasserwiederverwendung in Weißenberge mit der vorhandenen Verfahrenskette insgesamt als gering einzustufen sind. Dies bestätigten auch die Wasser- und Produktanalysen. Chemische und mikrobielle Risiken konnten durch die Wasserbehandlung und multiplen Barrieren erfolgreich adressiert werden.
Bezüglich phytopathogener Mikroorganismen wurden am Fraunhofer IGB beispielhafte Untersuchungen durchgeführt, die es in Zukunft erlauben, entsprechende Risiken für die Wasserwiederverwendung in hydroponischen Systemen besser einzuordnen und zu minimieren. Während humanpathogene Mikroorganismen im Kontext der Wasserwiederverwendung im Fokus stehen, sind Informationen zum Eintrag pflanzenpathogener Mikroorganismen, die vor allem finanzielle Einbußen für den Landwirt verursachen können, nur sehr eingeschränkt verfügbar. Mit unseren Untersuchungen konnten wir zeigen, dass unter den Bedingungen von Hypowave+ nur ein sehr geringes Risiko besteht für einen Schaden durch pflanzenpathogene Mikroorganismen aus aufbereitetem Wasser. Da die innerhalb des Projekts angewendeten Untersuchungen sehr kostenintensiv sind, wurden weitere Methoden entwickelt, um den Nachweis bestimmter pflanzenpathogener Mikroorganismen zu vereinfachen und besser zugänglich zu machen. Dies soll zukünftig eine bessere Datengrundlage liefern, da die Messbarkeit vereinfacht worden ist [3].
Publikationen
- Winker, Martina/Marc Beckett/Thomas Dockhorn/Nico Domurath/Tim Gebhardt/Jorn Germer/Heide Kerber/ Christian Lampe/Marius Mohr/Stefan Pieper/Michaela Rohrbach/Engelbert Schramm (2025): Integrated Quality Management for Hydroponic Water Reuse – A Dual-Objective Approach. Water Reuse. https://doi.org/10.2166/wrd.2025.033
- Beckett, Marc/Marius Mohr/Martina Winker/Michaela Rohrbach/Antje Schwarzer/Tim Gebhardt/Thomas Dockhorn (2025): A critical assessment of the applicability of EU regulation 2020/741 for the development of a risk management plan for hydroponic water reuse. Water Reuse. https://doi.org/10.2166/wrd.2025.032
- Kriem, Lukas Simon, King, Neil, Niemann, Sinja, Vainshtein, Yevhen, Sonntag, Mirko (2025): Molecular Identification of Human and Plant Pathogens in Municipal Domestic Wastewater for Hydroponic System Applications, International Journal of Microbiology, 2025, 6958575, 14 pages. https://doi.org/10.1155/ijm/6958575