Wissenschaftliches Poster mit AlgaEurope-Preis 2016 prämiert

Fraunhofer IGB Presseinformation / 9.1.2017

Auf der Fachkonferenz AlgaEurope vom 13. bis 15. Dezember 2016 erhielt IGB-Wissenschaftler Felix Derwenskus eine Auszeichnung für sein akademisches Poster über seine Forschungsarbeit im Bereich der Algentechnologie. Der AlgaEurope-Posterpreis wird von einem internationalen Expertenkomitee vergeben und würdigt die professionelle und verständliche Darstellung wissenschaftlicher Ergebnisse.

© Foto Fraunhofer IGB

Die Mikroalge Phaeodactylum tricornutum liefert Wertstoffe wie Eicosapentaensäure und Fucoxanthin.

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Getrocknetes Fucoxanthin, ein in der Lebensmittelindustrie gefragter natürlicher Farbstoff.

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Posterpreis-Urkunde der AlgaEurope-Konferenz.

Akademische Poster sind eine Kunst für sich – komplexe wissenschaftliche Inhalte sollen gleichermaßen in der gebotenen Tiefe und doch schnell verständlich dargestellt werden. Diesen Spagat zu meistern ist eine Leistung, die bei der AlgaEurope-Fachkonferenz mit einem Posterpreis gewürdigt wird. Der Preisträger der AlgaEurope 2016 ist Felix Derwenskus, Doktorand des Instituts für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie der Universität Stuttgart. Der Nachwuchswissenschaftler forscht in der Forschungsgruppe »Mikroalgentechnologie« des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB .

Derwenskus erhielt die Auszeichnung für sein Poster über seine Arbeit zum Thema »Hochdruck-Flüssigextraktion von Eicosapentaensäure und Fucoxanthin aus der Mikroalge P. tricornutum«. Die Forschung des Wissenschaftlers steht exemplarisch für den Schwerpunkt der AlgaEurope: der Erschließung von kommerziellen Nutzungsmöglichkei-ten von Algen und Algenbiomasse.

Mikroalgen liefern hochwertige Wertstoffe für die Industrie

Algen haben ein großes Potenzial als Rohstoffproduzent für die Chemie-, Pharma-, Lebensmittel- oder Kosmetikindustrie. Am Fraunhofer IGB erforscht Derwenskus die Herstellung von Eicosapentaensäure und Fucoxanthin durch die Mikroalge Phaeodactylum tricornutum. Diese wird am Institut in sogenannten Flachplatten-Airlift-Reaktoren gezüchtet. Darin herrscht eine kontinuierliche Walzenströmung, sodass die Mikroalgen optimal mit Licht und Kohlenstoffdioxid versorgt werden. Unter bestimmten Bedingungen, die in den Reaktoren produktspezifisch eingestellt werden können, produzieren die Algen begehrte Wertstoffe.

Je nach Algenspezies lassen sich dabei unterschiedliche Produkte gewinnen. P. tricornutum etwa eignet sich zur Herstellung von Eicosapentaensäure (EPA) und Fucoxanthin. Bei EPA handelt es sich um eine mehrfach gesättigte Omega-3-Fettsäure, die in Nahrungsmittelergänzungsmitteln zum Einsatz kommt. Auch Fucoxanthin ist als natürlicher Farbstoff, aufgrund seiner anti-oxidativen Eigenschaften, in der Nahrungsmittelindustrie sehr gefragt.

AlgaEurope – internationale Fachkonferenz für Algentechnologie

Seine Forschungsarbeiten im Bereich der Algentechnologie präsentierte das IGB bei der AlgaEurope im Dezember 2016 in Madrid. Es trafen sich hier 230 internationale Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft. Die Teilnehmenden kamen dabei aus 32 Ländern und vertraten 164 Unternehmen und Institutionen.

Im Rahmen der AlgaEurope fand auch eine Posterausstellung mit insgesamt 67 Beiträgen statt, an deren Ende eine internationale Expertenjury die gelungenste Darstellung mit dem AlgaEurope-Posterpreis auszeichnete. Die Kriterien für den Preis nennt das Organisationskomitee der Konferenz neben der fachlichen Verständlichkeit und Qualität der Ergebnisse sowie der thematischen Relevanz auch die visuelle Präsentation.