Dr. Stefan Kaufmann informiert sich am Fraunhofer IGB über Algenbioraffinerie

Bioökonomie – Den Wandel zu einer biobasierten Wirtschaft gestalten

Fraunhofer IGB Pressemitteilung / 10. Juli 2020

Die Nutzung biogener Ressourcen und biologischer Systeme und ihre Verknüpfung mit innovativen Prozesstechnologien kann zu einer nachhaltigeren und kreislauforientierten Wertschöpfung beitragen. Dies zeigte das Fraunhofer IGB exemplarisch am Beispiel einer Algenbioraffinerie beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Kaufmann.

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IGB-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler mit Dr. Stefan Kaufmann vor der kontinuierlichen Druckwechseltechnologie-Anlage
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Institutsleiter Dr. Markus Wolperdinger begrüßt Dr. Stefan Kaufmann, MdB, am IGB.
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Anzucht von Mikroalgen im Labor.

Auf dem Weg zu einem neuen, langfristig nachhaltigeren Wirtschaften setzt die Politik auf die Bioökonomie. Der Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Kaufmann, für die CDU‑Fraktion u. a. im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, kam daher am Freitag, den 10. Juli 2020, zu einem informellen Besuch ans Fraunhofer IGB. Am Institut informierte er sich über den Entwicklungsstand aktueller Forschungsvorhaben im Bereich der Bioökonomie und diskutierte mit den Fachleuten des IGB über Herausforderungen und weitere Maßnahmen zur Umsetzung der »Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030«.

»Das Fraunhofer IGB erforscht seit mehr als 40 Jahren die Erschließung und Nutzung von biogenen Rohstoffen, von biologischen Ressourcen und Systemen, um Verfahren für eine zukunftsfähige, an Stoffkreisläufen orientierte biobasierte Wirtschaft bereitzustellen«, sagt Dr. Markus Wolperdinger, Leiter des Fraunhofer IGB, bei der Begrüßung. Damit verfolge das Institut Ziele, die sich mit der nationalen Bioökonomie‑Strategie der Bundesregierung decken. Vor allem die Verknüpfung von Biologie mit Ressourceneffizienz‑Technologien und dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft könne zu mehr Klimaschutz und einer nachhaltigen Wirtschaftsweise beitragen, so Wolperdinger.

Wie Mikroalgen als eine neue regenerative Rohstoffquelle dazu beitragen können, machten Dr. Ulrike Schmid‑Staiger und Felix Derwenskus deutlich. Die einzelligen Algen wachsen mit Licht und CO2 und produzieren dabei wertvolle Inhaltsstoffe. »Die Algen bzw. ihre Inhaltsstoffe lassen sich z. B. als Futtermittel, als funktionelle Zutaten für gesunde Lebensmittel sowie in Kosmetikprodukten einsetzen«, führt Innovationsfeldleiterin Schmid‑Staiger aus. Darüber hinaus gibt es Algen‑Moleküle, die aufgrund ihrer immunstimulierenden Eigenschaften als natürliche und umweltverträgliche Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden können. Selbst für die Chemie- und Textilindustrie liefern die Tausendsassas mit ihren Polysaccharid‑Speichermolekülen und Fettsäuren eine neue Rohstoffbasis. »Im Kern unserer Forschung am IGB steht daher die Entwicklung von Technologien, um Algen wirtschaftlich zu kultivieren und die wertvollen Inhaltsstoffe effizient extrahieren sowie aufreinigen zu können«, erläutert Derwenskus.

Darum geht es auch im Projekt EPI‑CES, das Projektleiterin Dr. Ana Lucia Vásquez‑Caicedo vorstellte. Ziel des Projektes ist es, ein integriertes Konzept für die Aufarbeitung von Algen‑Biomasse zu entwickeln. Es soll den Zellaufschluss, die Extraktion und die Separation der Inhaltsstoffe in einer kombinierten Anlagentechnik integrieren und zudem die Vorteile eines kontinuierlichen Betriebs nutzen. »Das vielversprechende Konzept ist auch auf Hefen oder Bakterien, die in wässriger Suspension vorliegen, übertragbar«, sagt Vásquez‑Caicedo. Damit wird die Technologie für ein großes Spektrum aktueller Bioökonomie‑Forschung interessant.