Nanocytes und beheizte Griffe

Presseinformation / 28.8.2006

Der Themenverbund Nanotechnologie der Fraunhofer-Gesellschaft stellt auf der NanoEurope in St. Gallen, Schweiz, seine neuesten Entwicklungen im Bereich der Nanotechnologie vor. Vom 12. bis 14. September 2006 nehmen IGB, TEG, IFAM und IAP an der Messe teil und präsentieren unter anderem Nanopartikel als künstliche Rezeptoren für die Stofftrennung oder mit CNT-Verbundmaterial beschichtete, beheizbare Griffe.

Edelstahlmodul mit integrierter Kompositmembran für den realen Einsatz im Trennprozess.

Nanocytes®: Nanopartikel als synthetische Rezeptoren

Bei vielen biotechnologischen oder industriellen Prozessen ist die spezifische Abtrennung von Molekülen aus Gemischen eine Schlüsselaufgabe. Dabei sollen Wirkstoffe gewonnen und störende Begleiter entfernt werden. Nanopartikel bringen die Lösung, wenn sie »molekular geprägt« sind, wie die Nanocytes® aus dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. »Darunter verstehen wir veredelte Polymere, die – wie Rezeptoren – nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip funktionieren. Die Partikel erkennen spezifisch Biomoleküle und Wirkstoffe und »docken« an den richtigen Stellen an«, erklärt Priv.-Doz. Dr. Günter Tovar. Der große Vorteil: Nanopartikel sind stabiler als die zur Zeit häufig eingesetzten Biomoleküle. Das IGB stellt mit solchen Nanopartikeln Kompositmembranen her, die bei hochselektiven Trennungsprozessen zum Einsatz kommen. Die Forscher zeigen am Stand sowohl ein Modell eines molekular geprägten Nanopartikels, wie auch Elemente der Trenntechnik und der Aufarbeitung.

Beheizte Griffe

In der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe beschäftigen sich Forscher mit Anwendungsgebieten von Carbon Nanotubes (CNT) als Verbundmaterial. Hierbei ist man auf Bau- und Waldarbeiter gestoßen, die auch im Winter bei eisigen Temperaturen im Freien arbeiten. Ebenso leiden Fahrrad- und Motorradfahrer häufig unter den niedrigen Temperaturen in der kalten Jahreszeit. Um solchen Menschen Erleichterungen zu verschaffen, entwickelten Forscher an der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe beheizte Griffe gegen kalte Hände, z.B. an motorbetriebenen Handgeräten.
Zu diesem Zweck wird das Verbundmaterial mit Carbon Nanotubes (CNT) an der Innenseite der Griffe befestigt und anschließend eine Stromquelle an diese Werkstoffschicht angeschlossen. Wird nun eine Spannung angelegt, bildet das CNT-Verbundmaterial einen Widerstand und erwärmt sich durch den Stromdurchfluss. So wird also der Strom in Wärme umgewandelt, die sich gleichmäßig und schnell über die gesamte Fläche verteilt. Als weitere Anwendungsbeispiele für eine Ausstattung mit dem CNT-Werkstoff sind Badspiegel, Fußbodenheizungen, Boiler und Wärmetauscher denkbar.