Mikroalgen / Algentechnologie

Biofilm für die Hauswand

Presseinformation/Nachricht der Universität Stuttgart / 15. Dezember 2020

© Fraunhofer IGB
Mikroalgen.

Dr. Linus Stegbauer vom Institut für Grenzflächenverfahrenstechnik und Plasmatechnologie IGVP der Universität Stuttgart hat sich erfolgreich für eine Förderung im Rahmen des ElitePostDoc-Nachwuchsförderungsprogramms der Baden-Württemberg Stiftung beworben. Das nun geförderte Vorhaben beschäftigt sich mit der Entwicklung von biointelligenten Fassadenelementen für den Bausektor. Diese Elemente sind mit einem speziellen Biofilm versehen, der lebende Mikroalgen enthält.

Diese einzelligen Pflanzen können Feuchtigkeit speichern und damit einen kühlenden Effekt hervorrufen sowie Schadstoffe aus der Luft aufnehmen, abbauen und verwerten. In Gebäudefassaden eingesetzt, können sie somit einen wertvollen Beitrag zu einem besseren Stadtklima leisten – und damit indirekt auch zum Gebäudeklima, sozusagen als »Kollateral-Benefit«.

An dem Projekt sind neben dem federführenden IGVP auch Jun. Prof. Hanaa Dahy, die Leiterin der BioMat-Abteilung (Biobasierte Materialien und Stoffkreisläufe in der Architektur) am Institut für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen ITKE der Universität Stuttgart sowie Dr. Ulrike Schmid-Staiger vom ebenfalls in Stuttgart ansässigen Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB beteiligt.

Neben der Projektkoordination übernimmt das IGVP innerhalb des Projektes die Aufgabe, den benötigten Biofilm zu entwickeln. Das Fraunhofer IGB steuert seine Expertise in der Algentechnologie bei und untersucht, welche Mikroalgenart für den angedachten Zweck am besten geeignet sind. Wichtige Faktoren sind dabei die Resilienz der Pflanzen – vor allem mit Blick auf die Umweltbedingungen wie Trockenheit, Sonneneinstrahlung etc. – sowie das Wachstumsverhalten der Algen. Am IGB wird für die Auswahl der passenden Alge ein Hochdurchsatzverfahren angewendet. Die BioMat am ITKE schließlich kommt auf der Anwendungsseite ins Spiel. Dort solle letztendlich ein Demonstrator entstehen. Das Ziel ist schließlich die Herstellung eines Prototypen eines biointelligenten Fassadenelements.