Hugo-Geiger-Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs drei mal für Fraunhofer IGB

Presseinformation / 31.10.2000

IGB-Nachwuchsforscher werden für hervorragende anwendungsorientierte Diplomarbeiten auf dem Gebiet der Biowissenschaften ausgezeichnet: Hilfe beim Kampf gegen Pilzinfektionen - Infektionen auf der Spur - Forschen gegen Hirnhautentzündung.

Verleihung des Hugo-Geiger-Preises 2000. Von links nach rechts: Moderator Stefan Schulze-Hausmann, Preisträger Dirk Rothenstein, Überraschungsgast Sabine Bau (Ärztin und olympische Bronze-Medaille im Fechten), Preisträger Christoph Dieterich und Marc Schmidt-Supprian.

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technologie hat der Fraunhofer-Gesellschaft 1999 zu ihrem 50. Geburtstag den »Hugo-Geiger-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs« gestiftet. Mit dem Preis werden hervorragende anwendungsorientierte Diplomarbeiten oder vergleichbare Leistungen auf dem Gebiet der Biowissenschaften ausgezeichnet, die an einem Fraunhofer-Institut oder in unmittelbarer Beziehung zu einem Fraunhofer-Institut entstanden sind. Namensgeber war Staatssekretär Hugo Geiger, Schirmherr der Gründungsversammlung der Fraunhofer-Gesellschaft am 26. März 1949. Die drei diesjährigen Preisträger kommen vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart. Für Institutsleiter Professor Herwig Brunner ist die Vergabe des Preises an drei IGB-Diplomanden eine Bestätigung der Strategie des IGB, den Bereich der Pharmaforschung konsequent auszubauen: »Wir haben die richtigen Themen, die richtigen Leute, und das macht eben Erfolg. Da macht Forschen richtig Spaß.«

1. Preis: Hilfe beim Kampf gegen Pilzinfektionen

Für seine Erfolge im wissenschaftlichen Kampf gegen Pilzinfektionen erhält IGB-Nachwuchsforscher Dirk Rothenstein den mit 5 000 DM dotierten 1. Preis. Pilzinfektionen sind ein wachsendes Problem. Bisher verwendete Medikamente - Antimykotika - haben oft starke, vor allem nierenschädigende Nebenwirkungen. Daher sind sie für eine Langzeittherapie nicht geeignet. Zudem ist der häufigste Erreger, Candida albicans, bereits vielfach resistent. Weltweit wird deshalb an neuen Medikamenten gegen Pilzinfektionen geforscht. Rothenstein fand und identifizierte in seiner Diplomarbeit Proteine, die nur in krankheitserregenden Candida-Stämmen vorkommen. Auf Basis dieser Proteine können hochspefizifische Antimykotika entwickelt werden, die nur geringe Nebenwirkungen aufweisen sollten.

2. Preis: Infektionen auf der Spur

Ein wichtiger Fortschritt bei der Erforschung von infektiösen Vorgängen gelang Christoph Dieterich am Fraunhofer IGB. In seiner Diplomarbeit baute er ein Modellsystem des menschlichen Dickdarms auf, das es ermöglicht, die Infektionsvorgänge von Krankheitserregern zu verfolgen und zu untersuchen. Das von ihm entwickelte System eignet sich zur Erforschung von Erkrankungen, die durch Mikroorganismen wie Pilze, Bakterien, Viren und sogar Parasiten hervorgerufen werden. Christoph Dieterich erhält einen 2. Preis und ein Preisgeld von 3 000 DM.

2. Preis: Forschen gegen Hirnhautentzündungen

Die Hirnhautentzündung ist auch heute noch ein Schreckgespenst in der Medizin: Mehr als die Hälfte der Infizierten sterben, und ein Großteil der Überlebenden ist schwer geschädigt. Ein vielversprechender Therapieansatz ist die Behandlung mit Protein-C-Konzentrat und Heparin. Marc Schmidt-Supprian am Fraunhofer IGB leistete mit seiner Diplomarbeit einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der zellulären und molekularen Mechanismen, über die das Protein C entzündungshemmend wirkt. Dafür erhält er ebenfalls einen mit 3 000 DM dotierten 2. Preis. Seine Forschung trägt dazu bei, weitere klinisch-therapeutische Strategien zur Bekämpfung von Meningokokkeninfektionen und ihren Folgen zu entwickeln.

Eine fünfköpfige Jury, die sich aus je einem Vertreter des Ministeriums, der Foren »Life Science« und »Medizintechnik und Pharma in Bayern« sowie aus zwei Vertretern der Fraunhofer-Gesellschaft zusammensetzt, bewertete die Arbeiten. Wichtige Kriterien bei der Beurteilung waren: wissenschaftliche Qualität, Wirtschaftsrelevanz, Neuartigkeit und interdisziplinäre Ansätze.