ZIM-Kooperationsnetzwerk zu perfluorierten Tensiden gestartet

Neue Sanierungsverfahren für Kontaminationen mit perfluorierten Tensiden (PFT) und PFT-freie Löschmittel stehen im Fokus

Presseinformation / 8.12.2017

Das jüngst bewilligte ZIM-Kooperationsnetzwerk »PerFluSan« traf sich am 7. November an der Universität Köln zum offiziellen Kick-off. Das Netzwerk verfolgt zwei zentrale Ziele: Zunächst sollen neue, wirksame Sanierungsverfahren für PFT-kontaminierte Böden und Abwässer entwickelt werden. Gleichzeitig möchten die Partner Alternativen zu PFT-haltigen Löschmitteln erforschen, um den Schadstoffeintrag in die Umwelt aus dieser Quelle zu unterbinden. Das Netzwerk wird durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Es vereint Verfahrensentwickler, Sanierungs- und Analytikexperten, Forschungseinrichtungen und Löschmittelhersteller.

Perfluorierte Tenside: Neue Sanierungsverfahren für Boden und Wasser und Eintragsvermeidung durch fluorfreie Hochleistungs-Löschschäume – dies ist der vollständige Titel, der sich hinter dem Kürzel PerFluSan verbirgt. Perfluorierte Tenside wurden und werden aufgrund ihres breiten industriellen Einsatzes in großem Umfang in die Umwelt eingebracht. Wegen ihrer fehlenden biologischen Abbaubarkeit und ihrer toxischen Eigenschaften bereiten sie große Probleme. Zahlreiche Flächen sind durch den Einsatz PFT-haltiger Löschmittel belastet. Die PFT-Kontamination in Rastatt/Baden-Baden dürfte der flächenmäßig größte Sanierungsfall in der deutschen Geschichte sein. Bislang mangelt es an effizienten und kostengünstigen Sanierungsverfahren, vor allem für belastete Böden. In der Brandbekämpfung ist man auch heute noch auf den Einsatz fluorhaltiger Löschmittel angewiesen.

Das ZIM-Kooperationsnetzwerk PerFluSan bringt Akteure aus den Bereichen Altlastensanierung, Verfahrenstechnik, instrumentelle Analytik und Brandbekämpfung zusammen. Daraus ergibt sich erstmalig die Möglichkeit, das PFT-Problem ganzheitlich anzugehen. Im Rahmen kooperativer Entwicklungsprojekte wollen die beteiligten sieben Unternehmen und fünf Forschungseinrichtungen effizientere Ex-situ- und In-situ-Sanierungs- und Reinigungsverfahren für die Bodensanierung und Wasseraufbereitung und neue Verfahren der PFT-Analytik entwickeln. Gleichzeitig sollen leistungsfähige Alternativen zu fluorhaltigen Lösch-Schäumen den zentralen Eintragspfad für PFT durch die Brandbekämpfung eliminieren.

Mitglieder des Netzwerks: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (Schadstofftransfer und Umwelttechnologien), Dr. Richard Sthamer GmbH & Co. KG, Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, G quadrat Geokunststoffgesellschaft mbH, Hochschule Wismar (Fachbereich Maschinenbau, Verfahrens- und Umwelttechnik), ICP Ingenieurgesellschaft Prof. Czurda und Partner mbH, Intrapore GmbH, IUQ Dr. Krengel GmbH, Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, reconsite GmbH, Universität Köln (Institut für Organische Chemie), Technische Hochschule Köln (Physikalische Chemie, Grenzflächen- und Oberflächenchemie). Das Netzwerkmanagement wird von ifectis Innovationsförderung – Dr. Björn Mamat übernommen.

Netzwerkmanager Dr. Mamat weist darauf hin, dass das Netzwerk für weitere Partner offen ist. Interessierte Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die in FuE-Projekten mitwirken möchten und eine ergänzende Expertise beisteuern können, sind dabei ebenso willkommen wie potenzielle Anwender der neu entwickelten Lösungen.

Über das ZIM-Kooperationsnetzwerk »PerFluSan«

Das Netzwerk PerFluSan wird im Rahmen des »Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)« vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. In einem integrierten Ansatz sollen effizientere Sanierungsverfahren für PFT-belastete Böden und Abwässer und neue Verfahren der PFT-Analytik bereitgestellt werden. Gleichzeitig soll durch Schaffung leistungsfähiger Alternativen zu fluorhaltigen AFFF-Schäumen dieser zentrale Eintragspfad für PFT eliminiert werden. Die synergistischen Beziehungen zwischen den Partnern sollen auch bei der späteren Vermarktung der gemeinschaftlich entwickelten Produkte und Verfahren genutzt werden. Derzeit sind sieben KMU und fünf Forschungseinrichtungen am Netzwerk beteiligt: Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (Schadstofftransfer und Umwelttechnologien), Dr. Richard Sthamer GmbH & Co. KG, Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, G quadrat Geokunststoffgesellschaft mbH, Hochschule Wismar (Fachbereich Maschinenbau, Verfahrens- und Umwelttechnik), ICP Ingenieurgesellschaft Prof. Czurda und Partner mbH, Intrapore GmbH, IUQ Dr. Krengel GmbH, Mull und Partner Ingenieurgesellschaft mbH, reconsite GmbH, Universität Köln (Institut für Organische Chemie), Technische Hochschule Köln (Physikalische Chemie, Grenzflächen- und Oberflächenchemie). Das Netzwerkmanagement wird von ifectis Innovationsförderung – Dr. Björn Mamat übernommen.